ME/CFS und Psyche: Umgang mit Unsicherheit und emotionaler Belastung
ME/CFS betrifft nicht nur den Körper – sondern das gesamte Leben. Viele Betroffene erleben neben den körperlichen Symptomen eine starke psychische Belastung.
Typische emotionale Reaktionen sind:
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Frustration
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Angst
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Trauer
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Hilflosigkeit
Hinzu kommt oft das Gefühl, von außen nicht verstanden zu werden. Da die Erkrankung nicht immer sichtbar ist, stoßen Betroffene im Umfeld oder im medizinischen System häufig auf Unverständnis.
Diese Erfahrung kann das Vertrauen erschüttern – sowohl in den eigenen Körper als auch in andere Menschen.
In der Psychotherapie geht es deshalb häufig um:
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Validierung der eigenen Erfahrung
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Umgang mit Unsicherheit
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Stabilisierung
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Entwicklung neuer Perspektiven
Ein zentraler Punkt ist der Umgang mit Kontrollverlust. Viele Betroffene versuchen zunächst, die Erkrankung „in den Griff zu bekommen“. Wenn das nicht gelingt, kann das zu zusätzlichem Stress führen.
Hier kann ein Perspektivwechsel helfen: weg von Kontrolle, hin zu Anpassung und Selbstregulation.
Auch Themen wie Identität spielen eine große Rolle. Wer bin ich, wenn ich nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher?
Diese Fragen sind nicht leicht – aber sie können zu einer tieferen Auseinandersetzung mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen führen.
Psychotherapie bietet einen geschützten Raum, um genau diese Prozesse zu begleiten.